Am 14.03.2026 haben wir ein Treffen zum Thema „Duale Ausbildung in Deutschland. Dein Einstieg“ mit Serhii Korol veranstaltet. Dabei konnte Serhij den anderen Gleichalterigen, die noch auf der Suche sind, seinen Weg schildern und von seinen Erfolgen erzählen.
Der Weg in das deutsche Ausbildungssystem war für den 21-Jährigen zunächst von Sprachbarrieren und bürokratischen Hürden geprägt. „Die Sprache war am Anfang die größte Hürde, aber die praktische Arbeit im Team hat mir geholfen, mich schnell zu integrieren“, erklärt Serhij.
Gleichzeitig betonte er, dass ihm am Anfang seines Wegs ein erfahrener Mentor und Berater gefehlt habe. Deswegen teilt er seine Erfahrungen so gern mit den anderen.
Serhii wurde der erste Auszubildende in seinem Betrieb seit zehn Jahren, nun wird er im Juli seine Lehre abschließen. Sein Ausbildungsbetrieb, Hoppe Marine zeigt sich beeindruckt und von diesem erfolgreichen „Experiment“ überzeugt. Nun will das Unternehmen noch weitere Ausbildungsplätze in verschiedenen Abteilungen anbieten.
Das Interesse an dem Thema war groß: Fünfzehn junge Menschen nahmen am Workshop teil, und weitere haben Interesse an einer weiteren Workshopreihe gezeigt.
Denn niemand in der Ukraine hatte sich auf die jetzige Situation vorbereitet: das Land zu verlassen, eine neue Sprache zu erlernen, sich mit dem neuen Bildungs- und Bürokratiesystem auseinanderzusetzen und parallel dazu an einer Universität in der Ukraine einen Abschluss zu erwerben.
Dieser Mix an Herausforderungen ist nicht trivial, das braucht Zeit und gute Informationsgrundlage. Diese Rolle übernimmt unser Verein Feine Ukraine, der sowohl Sprachkurse für Deutsch als auch Informationsveranstaltungen zu den Themen: Berufswahl, duale Ausbildung, Arbeitssuche – anbietet. Unser Ziel dabei ist, den jungen Menschen so viel wie möglich an Informationen zur Verfügung zu stellen und konkrete Unterstützung zu leisten.
Ein Gewinn für den regionalen Arbeitsmarkt
Während die Arbeitsmarktintegration geflüchteter Menschen oft als bürokratische Herausforderung thematisiert wird, zeigt eine aktuelle Erfolgsgeschichte von Sergij Korol wie Motivation und gezielte Förderung zu exzellenten Ergebnissen führen.
Der junge Ukrainer der vor den Folgen des russischen Angriffskrieges nach Deutschland floh, steht heute kurz vor dem erfolgreichen Abschluss seiner Berufsausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung.
Die Geschichte ist kein Einzelfall, aber ein wichtiges Signal in Zeiten des Fachkräftemangels. Laut aktuellen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verläuft die Integration ukrainischer Geflüchteter in den deutschen Arbeitsmarkt deutlich schneller als bei früheren Fluchtkohorten – bereits rund 50 Prozent sind nach dreieinhalb Jahren erwerbstätig.
Mit dem bevorstehenden Abschluss seiner Ausbildung sichert sich Serhii Korol nicht nur eine langfristige berufliche Perspektive, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zur lokalen Wirtschaft.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen unterstützen diesen Weg: Aufenthaltserlaubnisse für vorübergehenden Schutz gemäß § 24 AufenthG wurden jüngst bis zum 4. März 2027 verlängert, was Planungssicherheit für Betriebe und Auszubildende schafft.





