Geflüchtete mit Behinderung

Hamburg

Im Rollstuhl auf der Flucht

Seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 kümmern sich unsere Vereinsmitglieder intensiv um die Evakuirung, adäquate Unterbringung und weitere Betreuung oft mehrfach behinderter Menschen aus der Ukraine. 

In den letzten Wochen ist es uns gelungen, Betroffene hier in Hamburg in eine angemessene Wohn- und Betreuungssituation hinein zu begleiten. Dies konnte dank großer ehrenamtlicher Mithilfe von privaten Einrichtungen, engagierter Mitbürger*innen und auch das oft unbürokratische Handeln seitens der Mitarbeitenden in verschiedenen Behörden der Stadt gelingen. 

Bei den Betroffenen handelt es sich um Kinder, Jugendliche und Erwachsene. 

Eine Besonderheit ist, dass die Betroffenen von Beginn an in einem sicheren Setting ankommen müssen und auch nach der Ankunft weiter der interdisziplinären Begleitung bedürfen – vor allem ist dies existenziell bedeutend bei mehrfach schwer behinderten Kindern, die meistens mit ihren Müttern hier ankommen. Aber auch bei behinderten Jugendlichen und Erwachsenen ist die Situation ähnlich.

Wir rechnen auch in der näheren Zukunft mit der Ankunft vieler Menschen, die besondere und spezifische Anforderungen an Begleitung, Unterkunft und Betreuung stellen.

Neues Zuhause für Kids und Ihrer Mütter

Die Geschichte von Gruppe von Menschen mit Behinderung aus Tscherkassy, die 2 Wochen im Gesellschaftsraum des Café Why Not untergebracht wurde, hat die Herzen der Hamburger geruhrt.

Die Hilfeschrei  der Volontärin Florina Malso im Sozialnetzwerk Nebenan hat Ruth Heß gelesen und reagiert. So haben  7 Erwachsenen und 4 Kinder mit Behinderung haben ein gemütliches Zuhause im Pfarrerhaus der Evangelischen Kirche zur zwölf Aposteln gefunden.  

Allein und pflegebedürftig

Besonders schwer ist die Lage von Geflüchteten ohne Begleitpersonen. Ohne Sprachkenntnisse und pflegenden Angehörigen, mit eingeschränkte Mobilität sin sie komplett auf die Hilfe von Sorzialarbeiter  und ehrenamtlichen Helfer angewiesen. Unsere Volontäre helfen nicht nur  bei behördlichen Gängen und Arztbesuche. Bis der Pflegegrad annerkannt wird, übernehmen die ausgebildete Pflege-und Alterpfleger:innen die Pflege und helfen im Haushalt. 

© Hermann O. Ehlers

Geschichte einer Flucht

„…Ich möchte über unserer Flucht erzählen. Meine Tochter hat eine sehr komplexe Behinderung. Ich hätte nie mir vorstellen könnte, dass ich einst meine Tochter im Rollstuhl hektisch den dem Bahnsteig entlang rolle und flehe, die Tür eines Wagens zu öffnen. Alle Türen waren zu, weil der Zug mit Frauen, Kindern und alten Menschen vollgestopft war.

Das alles untermalt mit Heulen von Sirenen und drohenden Lärm von russischen Kampfjets.

Endlich hat jemand eine Tür aif gemacht, wir haben versucht den Rollwagen mit Nastya reinzuholen, aber der steckte fest zwischen dem Wagen und Bahnsteig. Der Zugbegleiter schreit: „Der Zug fährt jetzt ab! Es wird das Mädchen zusammen mit dem Kinderwagen auseinanderreissen“! Nastya wurde aus dem Wagen erstmal rausgeworfen, ein Mann hat sie gefasst, und dann wieder in den Wagen reingeschoben. Erste Stunden müsste Nastja auf dem Boden des Vorraums liegen. Bei jedem Halt an den Stationen haben wir und die Schreie von Menschen und Kindern gehört, die darum betteten, die Türen des Wagens zu öffnen. Ein verzweifelter Mann, der vergeblich versuchte seine Frau mit dem Kind in den Wagen zu setzen, hat mit dem Stein die Fensterscheibe eingeschlagen.

Mobilität für Geflüchtete in Rollstühle

Unter den Tausenden Geflüchteten aus der Ukraine sind viele mobilitätseingeschränkte Menschen in Hamburg angekommen.

Unser Verein hat die Patenschaft für viele der Geflüchteten mit Behinderung übernommen.

Wir möchten den Geflüchteten mit Behinderung ermöglichen mobiler zu sein, notwendige Termine wahrzunehmen und sie am Leben teilhaben zu lassen.

Dafür benötigen wir dringend einen speziell ausgerüsteten Bus für den Transport von Rollstuhlfahrern.

Mit deiner Spende können wir so ein Fahrzeug kaufen!

Jede Spende mit dem Verwendungszweck „Geflüchtete mit Behinderung“ bringt uns diesem Ziel näher!

Wenn der Krieg vorbei ist und die Menschen zurückkehren, werden wir den Transporter vor Ort einer Hilfsorganisation in der Ukraine spenden.

 

Wir danken unseren Partner und Freunde:

Glen Ganz, Natalie Niedoba und das  Team von Why-Not-Integration

Pastorin Britta George, Ruth Heß  und alle Gemeindemitglieder der Ev.-Luth. Kirchengemeinde „Zu den 12 Aposteln“ in Hamburg

Leitung und Sozialarbeiter von Leben mit Behinderung Hamburg

Leiterin Annika und Sozialarbeiter von Amalie Sieveking-Stifftung 

und alle Ehrenamtlichen Helfer:innen

Danke für die Solidarität und großartige Unterstützung

Mit Ihrer Hilfe können wir viel bewirken!

#StandWithUkraine